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Charles Darwin besorgt ein Zeiss-Mikroskop für seinen Sohn



Aus den Sammlungen des Ernst-Haeckel-Hauses:
Charles Darwin an Ernst Haeckel, Brief vom 9. Februar 1881


Uni Jena Brief Darwin an Haeckel Vorderseite

Uni Jena Brief Darwin an Haeckel Rückseite


Charles Darwin an Ernst Haeckel, Brief vom 9. Februar 1881, Ernst-Hackel-Archiv, Sign.: A 9906


Ein Objekt aus der aktuellen Kabinettausstellung Zeiss-Spuren in den Sammlungen der Universität Jena

Das Objekt ...
Der Evolutionsbiologe Charles Darwin (1809-1882) schreibt im Frühjahr 1881 aus Down, England, an den Zoologen Ernst Haeckel (1834-1919) nach Jena und bittet ihn um einen Gefallen. Er soll für seinen Sohn Francis (1848-1925) ein Mikroskop von Zeiss besorgen.
Francis Darwin ist Botaniker und interessiert sich für pflanzenphysiologische Fragestellungen. Zusammen mit seinem Vater arbeitet er an Wachstumsexperimenten mit Pflanzen. Zur genauen Beobachtung zellulärer Strukturen, etwa der Spaltöffnungen, sind hochauflösende Mikroskope unersetzlich. Da ihm vor Ort kein adäquates Instrument zur Verfügung steht, wird Haeckel um Hilfe gebeten.


Feb 9/81
My dear Haeckel,
Will you forgive me for troubling you on a subject in which you can help me? My son Francis, who works with me, wants to get a microscope from Zeiss. Will you therefore be so kind as to call on Zeiss and see that he really sends good lenses. On the blank sheet opposite is a list of the 'Stativ', objectives and other things which my son wishes to have. He will send the money to Zeiss in a few days as soon as the letter will let him know that the microscope can be sent off. I received a few weeks ago two additional parts of your magnificent work on the Medusae for which I am very much obliged
My dear Haeckel
Yours very sincerely
Charles Darwin

Der ausgewählte Brief zeigt einen Knoten der Wissensnetzwerke des 19. Jahrhundert auf. Er ist eine interessante Quelle für die wissenschaftshistorische Forschung und zugleich ein mustergültiges Objekt für die Ausstellung Zeiss-Spuren in den Sammlungen der Universität Jena.

... zur Ausstellung
Der Name Zeiss ist heute unmittelbar mit dem des Weltkonzerns verbunden. Das Jubiläumsjahr 2016, in dem der 200. Geburtstag des Firmengründers begangen wird, gibt Anlass zu einer Kabinettausstellung in der Friedrich-Schiller-Universität Jena, die es sich zum Ziel gesetzt hat, auf die frühen Schaffensjahre von Carl Zeiss (1816-1888) zu blicken. Zu Mitte des 19. Jahrhunderts wurde jene fruchtbare Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Industrie initiiert, die maßgeblich zum raschen Wachstum und Aufstieg des Optikherstellers beitrug. Bedeutend ist die Zusammenarbeit mit dem Botaniker Matthias Jacob Schleiden (1804-1881), dessen Forschungen, unter anderem auf dem Gebiet der Zelllehre, auf der Verwendung von Mikroskopen mit hoher Abbildungsqualität beruhten. Die Verbesserungen bei der Konstruktion und die zunehmende Präzision bei der Herstellung der Mikroskope durch die Zusammenarbeit von Carl Zeiss, Ernst Abbe (1840-1905) und Otto Schott (1851-1935) sollten ab den 1880er Jahren zum Erfolgsgarant werden. Weitere Wissenschaftsbereiche profitierten von diesen wegweisenden Entwicklungen.
Ein Blick in die vielfältigen Sammlungen der Universität Jena liefert weitere erstaunliche Entdeckungen zu Werk und Wirken von Carl Zeiss. Noch heute befindet sich ein Mikroskop von Schleiden in den Institutsbeständen, das Universitätsarchiv verwahrt die 'Bewerbungsunterlagen' von Zeiss auf die Stelle als Universitätsmechaniker, in der Universitätsbibliothek wartet umfangreiche Literatur aus der Anfangszeit der wissenschaftlichen Mikroskopie auf ihre Wiederentdeckung. Die Verbindung eines Moossammlers aus der Schweiz zu den Beständen des Herbariums Haussknecht bis hin in die Niederlassung von Zeiss in Paris zeigt auf, wie vielfältig die Wege des Wissens sein können.
Erfahren auch Sie mehr über die Verbindung von Carl Zeiss zur Universität Jena und begeben Sie sich auf eine Entdeckungsreise in die Anfänge der Zusammenarbeit von Wissenschaft und Industrie, die mittlerweile auf eine über 150-jährige Tradition verweisen kann.

Zeiss-Spuren in den Sammlungen der Universität Jena
(1. bis 30. September 2016 | geöffnet Di 14-16, Mi 10-12, Do 16-18, Fr 10-12 Uhr | am 11. September von 10-17 Uhr | Ausstellungskabinett im Universitätshauptgebäude | Fürstengraben 1 | 07743 Jena | Eintritt frei)

Dr. Andreas Christoph, Ernst-Haeckel-Haus Jena

Kontakt

Dr. Thomas Bach

Ernst-Haeckel-Haus
Berggasse 7
07745 Jena
Tel.: +49(0)3641 949 503

nicht öffentlich -
nur nach Voranmeldung

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