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Grüße aus dem Orient


aus dem Herbarium Haussknecht: Stammbuch Carl Haussknecht
mit Wünschen von Wegbegleitern seiner Orient-Reisen 1865-1869

 


Das Stammbuch aus der Sammlung des Herbarium Haussknecht wird in der Sonderausstellung "Durchs wilde Kurdistan...Carl Haussknechts Forschungsreisen in den Orient" vom 5. Juli 2014 bis 12. Oktober 2014 im Spengler-Museum in Sangerhausen präsentiert. Zu dieser Ausstellung ist auch ein Katalog erschienen.

Uni Jena Herbarium Haussknecht Stammbuch 1865-1869

(Foto Heiko Korsch, FSU Jena)

Stammbuch Carl Haussknecht mit Wünschen von Wegbegleitern der Orient-Reisen 1865-1869,
roter Ledereinband mit Stiftehalter
H: 8,5 cm B: 13,5 cm (im zugeschlagenen Zustand)
Inv.-Nr.: Archiv Herbarium Haussknecht Jena A000000001

Linke Seite: Sultan Ovais Mirza. In Haussknechts Poesiealbum hat er sich mit zwei Versen verewigt. Inhaltlich besagen sie, dass der Freund, der aus den Augen ist, damit noch lange nicht aus dem Herzen ist. Datiert ist der Eintrag auf Sonntag, den 22. Rabi' al-auwwal 1285, also den 13. Juli 1868 (Übersetzung: T. Seidensticker, Jena). Sultan Oavais Mirza war Bürgermeister der Stadt Behbahan und Sohn von Farhad Mirza Mu'tamad ad-Daula, dem Gouverneur der damaligen iranischen Provinz Kurdistan. Haussknecht reiste eine Zeit lang mit der Karawane des Sultans. Sultan Ovais Mirza begleitete den iranischen Qajaren-Herrscher Naser ad-Din Schah auf seiner Europa-Reise im Jahre 1873.

Rechte Seite:  Julius Asché: "Stirb in hohem Alter, Verderbe böse Gesellschaften, Brech den Hals vielen Champagnerflaschen! Erinnern Sie sich mitunter Ihres unter Palmen wandelnden Freundes Julius Asché , Bassorah 20. Mai 1868." Julius Asché war Priester und Quarantäne-Inspektor in Basra, bei ihm wohnte Haussknecht während seines Aufenthaltes in Basra.


Carl Haussknecht gehört zu den Forschungsreisenden, die im 19. Jahrhundert unser Wissen von fernen Ländern erheblich vermehrt haben. Ihre Sammlungen, die sie unter Entbehrungen und oft unter Lebensgefahr zusammengetragen haben, bilden die Basis, auf der mancher Fortschritt in vielen Wissenschaftszweigen erst möglich wurde. Dies gilt in besonderem Maße für die botanischen Sammlungen Haussknechts als Grundlage der Orientbotanik.

Carl Haussknecht (1838-1903) begab sich in den Jahren 1865 bis 1869 in den Orient, um dort im Auftrag des Schweizer Botanikers Edmond Boissier Pflanzen zu sammeln, die dann geordnet, bearbeitet, neu beschrieben wurden und in dem 5-bändigen Werk  Flora Orientalis  veröffentlicht wurden. Doch Haussknecht nahm von seinen Orientreisen noch viel mehr wieder mit nach Hause: Schneckenhäuser, Münzen, archäologische Objekte, Inschriften und Ethnographika füllten seine Reise-Kisten.

Ein besonderes Andenken ist das kleine rote Stammbuch, ähnlich einem Poesiealbum, in das er Freunde und Wegbegleiter eintragen ließ  und das er sicher stets zur Hand hatte.


Kristin Victor

Kontakt 

Dr. Hans-Joachim Zuendorf
E-Mail

Fürstengraben 1
D-07737 Jena
Tel. +49(0)3641 949 280

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