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Gemälde - Mühsal und Freude der wissenschaftlichen Erkenntnis

Aus der Kustodie:
Lothar Zitzmann (1924–1977)

Lothar Zitzmann: Mühsal und Freude der wissenschaftlichen Erkenntnis, 1974
Öl/Hartfaser 120 x 236 cm
Kustodie, FSU Jena, Inv.-Nr. M 84


Aus aktuellem Anlass soll ein Auftragswerk der Universität als Objekt des Monats vorgestellt werden: eine allegorische Darstellung geschaffen 1974 von Lothar Zitzmann.

Zu sehen ist eine Figurengruppe, die sich in einer starken Aufwärtsbewegung von der unteren zur oben Bildhälfte hin entfaltet, zusätzlich unterstützt sowohl von der wellenartig geformten Kleidung und den Haaren als auch vom Hochformat des Bildes selbst.
Als Ausgangs- und Ruhepunkt des Bewegungsmotivs dient eine Tischplatte mit aufgeschlagenen Büchern, in die zwei der jungen Frauen vertieft scheinen. Die Lesenden unterscheiden sich von den übrigen Studierenden, die sich, von den Schriften abgekehrt, bereits einem anderen, höheren Ziel zuwenden. Ihr Aufsteigen wiederum kulminiert in flammenartigen Gebilden, die aus den ausgestreckten Händen erwachsen, beschützend begleitet  von einem weiteren Händepaar.

Aufgrund der Gestalt und Farbe wirkt die Figurenkomposition selbst wie eine einzige emporlodernde Flamme als Sinnbild für den sich aus dem Studium entwickelnden Intellekt. Die Flamme der Erkenntnis - ein vertrautes Motiv, das schon in dem heute verlorenen Wandbild Sascha Schneiders an den Eingangstüren der Aula in Form der Fackel thematisiert worden war - entzündet sich vor allem in den Strebenden selbst.

Gleichsam als Programmbild universitärer Bildung erhielt das Gemälde seinen Aufstellungsort an der seit Anfang der 1950er Jahre verwaisten 'Hodler-Wand' im ersten Obergeschoss des Universitätshauptgebäudes. So wurde mit dieser Präsentation nicht nur eine prominente und traditionsreiche Bildstelle besetzt, sondern offenbar auch der thematische Bezug zum Zitat Schillers im Aula-Vestibül gesucht, in dem bekanntlich Ernst und Mühe als Voraussetzung wahrer Erkenntnis genannt werden.

Dass der Künstler für die Darstellung eine christliche Motivik aufgreift, bspw. in der mönchisch anmutenden Kleidung und den Gesten der Figuren, ist insofern interessant, da es sich mit dem Entstehungskontext schlecht verträgt: Das Werk wurde anlässlich des 25. Jahrestages des Bestehens der DDR von der Universität in Auftrag gegeben.

Das grafische und malerische Werk Zitzmanns ist noch bis zum 17. Februar 2013 in der  Ausstellung Lothar Zitzmann. Lapidarer Realismus der Kunstsammlung Jena zu sehen.

Babett Forster

Kontakt

Dr. Karl-Michael Platen


Kunsthistorisches Seminar
und Kustodie
Frommannsches Anwesen
Fürstengraben 18
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Deutschland
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