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Eine Leihgabe für den Pariser Louvre

Exponate aus den Antikensammlungen sind auf dem Weg nach Paris
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22.10.2018

Gestern (22. Oktober) sind sieben Objekte aus der Antikensammlung der Friedrich-Schiller-Universität Jena (FSU) auf die Reise nach Paris gegangen. Sorgsam verpackt, werden die Artefakte per Spezialspedition in den Louvre gebracht. Dort werden die Stücke ab dem 7. November in der Schau "Un rêve d'Italie - la collection du marquis Campana" (Ein Traum von Italien - Die Sammlung des Marchese Campana) zu sehen sein.
 
"Für uns ist es etwas Besonderes, diese Leihgaben an den Louvre zu geben", sagt Dr. Dennis Graen, der Kustos der Antikensammlungen. Das herausragende Stück unter den Leihgaben ist die bemalte Amphore des Töpfers und Vasenmalers Sophilos aus Athen, die aus einem etruskischen Grab stammt und um das Jahr 580 vor Christus entstanden ist. Sophilos sei einer der ersten Künstler gewesen, der seine Werke signierte, sagt Dennis Graen.

Weitere Stücke sind etruskische Keramiken, sogenannter Bucchero, darunter ein Räuchergefäß und eine Weinkanne. Ergänzt werden die Leihgaben für Paris durch drei weitere Exponate, die bereits seit Mitte des 19. Jahrhunderts zur Jenaer Sammlung gehörten, jedoch in den 1980er Jahren in den Besitz der Stiftung Preußischer Kulturbesitz gelangten. Eines der Exponate, der Gipsabguss einer Frauenbüste aus Etrurien, wird in Paris neben dem Original aus Terrakotta gezeigt werden.

Eine schillernde Figur der Kunstszene im 19. Jahrhundert

Die Pariser Schau vereint erneut große Teile der Sammlung von Giampietro Campana (1808-1880), einer schillernden Figur der Kunstszene im 19. Jahrhundert. Campana wurde schon in jungen Jahren Bankdirektor und trug eine der größten Antikensammlungen seiner Zeit zusammen, er finanzierte sogar selbst Ausgrabungen. Eine Schenkung an Herzog Joseph von Sachsen-Altenburg bildete 1846 den Grundstock für das Archäologische Museum der Jenaer Universität. Im Gegenzug wurde Campana der Komturorden des Herzogtums Sachsen-Altenburg verliehen.

Ein paar Jahre später verdüsterte sich der Himmel für Giampietro Campana. Seine Sammlung wurde verkauft, nachdem der Sammler 1858 wegen Veruntreuung angeklagt worden war. Campana hatte Geld seines Arbeitgebers verwendet, um seine Sammlung zu erweitern. Dafür wurde er zu zwanzig Jahren Festungshaft verurteilt;  den Großteil der Sammlung erwarb Napoleon III. für den Louvre. Nun, gut 150 Jahre später, werden die Exponate für eine Weile wieder vereint. Die Pariser Schau wird bis zum 18. Februar 2019 gezeigt.

Kontakt:

Prof. Dr. Eva Winter, Dr. Dennis Graen
Institut für Altertumswissenschaften der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Lehrstuhl für Klassische Archäologie
Fürstengraben 25, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 944827
E-Mail:

Meldung vom: 2018-10-22 17:25
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