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Zum Verständnis der Promotionsphase

Der UniWiND-Vorstand nimmt Stellung zu Forderungen einiger EU-Staaten zur Verschulung der Promotionsphase
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26.11.2014

 

Mit einem Plädoyer für die Vielfalt der deutschen Promotionsphase und gegen ein europäisches Einheitsmodell der Promotion beteiligt sich der Vorstand des Universitätsverbands zur Qualifizierung des wissenschaftlichen Nachwuchses in Deutschland (UniWiND) an der europäischen Diskussion zur Weiterentwicklung der Promotionsphase. Im Kern der Diskussion stehen Bestrebungen einiger Bologna-Unterzeichnerstaaten, die Promotionsphase als einen "3. Zyklus" des Bologna-Prozesses europäisch zu harmonisieren und unter strukturellen und formalen Gesichtspunkten an die ersten beiden Studienphasen Bachelor und Master anzugleichen.

"Mit großer Sorge beobachten wir, dass einige EU-Staaten eine Verschulung der Promotionsphase fordern", so die UniWiND-Vorsitzende Prof. Dr. Erika Kothe von der Universität Jena. "Die Promotion kann keine dritte Studienphase sein, die sich mit ECTS-Punkten, Diploma Supplements und Akkreditierungsverfahren regulieren lässt. Im Zentrum der Promotion steht vielmehr die eigenständige und originäre Forschungsleistung der Promovierenden."


Gegen eine Verteilung von Leistungspunkten für Forschungsleistung

Dementsprechend lehnt der UniWiND-Vorstand die strukturelle und inhaltliche Integration der Promotionsphase in das Studium ebenso wie eine verpflichtende Zuordnung von Leistungspunkten und die Akkreditierung von Promotionsverfahren ab. Insbesondere die Verteilung von Leistungspunkten für die Forschungsleistung kann nicht akzeptiert werden. "Diese Forderungen stellen sicher, dass unser Anspruch, die Qualität von Promotionen zu sichern und die Bedingungen für den wissenschaftlichen Nachwuchs in Deutschland zu verbessern, nicht im Sinne eines zeitlich festzulegenden Studiums unterlaufen werden", erläutert UniWiND-Vorsitzende Kothe. "Unsere Mitgliedsuniversitäten haben ein hohes Qualitätsbewusstsein in Bezug auf die Promotionsphase. Die Vielfalt der Gestaltungsmöglichkeiten in Bezug auf Promotionswege und Promotionstypen trägt zu einer fach- sowie standortspezifischen Optimierung von Rahmenbedingungen bei und soll daher erhalten bleiben."

Der UniWiND-Vorstand ist sich einig: Strukturierende Elemente und zusätzliche Qualifizierungsangebote durch die Universitäten sind in der Promotionsphase eindeutig zu begrüßen. Das heißt aber nicht, dass die Notwendigkeit für einen "Standard-Doktor" in einem europäisch einheitlich definierten "Promotions-Ausbildungsgang" besteht. Nicht zuletzt hat die Europäische Kommission in den letzten Jahren mit den "Principles of Innovative Doctoral Training" einen Rahmen geschaffen, der der Promotionsphase einen wichtigen Stellenwert als Motor für Innovation zukommen lässt. Prof. Kothe: "Innovationen lassen sich nur durch individuelle Forschungsleistungen der Promovierenden in einem leistungsfähigen akademischen Umfeld erzielen. Unser Plädoyer für die Vielfalt der Promotionslandschaft in Deutschland ist gleichzeitig auch ein Plädoyer für die Schaffung von Innovationsimpulsen in Europa."

Die ausführliche Stellungnahme des UniWiND-Vorstands zum Verständnis der Promotionsphase ist zu finden in Deutsch und Englisch unter: http://uniwind.org/stellungnahmen.

 

Meldung vom: 2014-11-26 13:25
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