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Der Code für eine glückliche Partnerschaft

Psychologe offizieller Projektpartner der Beziehungs- und Familienstudie „Pairfam“
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02.05.2014



Wenn im Tierreich die Männchen auf Brautschau gehen, sind sie mitunter ziemlich kreativ: So beeindrucken sie die Weibchen zum Beispiel mit farbenprächtigem Federkleid, skurrilen Tänzen oder furchtlosen Kämpfen. Doch wie funktioniert die Partnerwahl eigentlich beim Menschen und wer findet überhaupt einen Partner? Welche Faktoren beeinflussen, ob sich ein Paar für oder gegen eigene Kinder entscheidet? Welche Paare werden glücklich und warum trennen sich manche wieder

Solche und ähnliche Fragen rund um Partnerschaft, Familie und Sexualität will das Langfristvorhaben "Pairfam" beantworten. Pairfam steht für "Panel Analysis of Intimate Relationsships and Family Dynamics" und ist die derzeit umfassendste Partnerschaftsstudie in Deutschland. Das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Projekt startete 2008 und ist auf insgesamt 14 Jahre angelegt. Kooperationspartner sind die Ludwig-Maximilians-Universität München, die Universitäten Bremen und Köln, die TU Chemnitz - und nun auch die Friedrich-Schiller-Universität Jena: Die DFG hat dem Inhaber des Lehrstuhls für Differentielle Psychologie, Persönlichkeitspsychologie und Psychologische Diagnostik Prof. Dr. Franz J. Neyer für die kommenden zwei Jahre eine Sachbeihilfe von rund einer Mio. Euro bewilligt. Damit wird die Finanzierung einer Postdoc-Stelle ermöglicht. "Für uns ist es eine große Ehre, an Pairfam beteiligt zu sein, denn es ist ein absolutes Leuchtturmprojekt", freut sich Prof. Neyer.


Die Biografien von 12.000 Frauen und Männern im Blick

Im Rahmen von Pairfam werden jährlich circa 12.000 bundesweit zufällig ausgewählte Frauen und Männer in unterschiedlichen Lebensphasen zu ihrem Familien-, Liebes- und Beziehungsleben befragt. Anhand der erhobenen Daten dieser sogenannten Ankerpersonen können die Wissenschaftler über einen langen Zeitraum hinweg den Verlauf der Biografien untersuchen. "Pairfam berücksichtigt dabei sowohl die für Soziologen interessanten strukturellen Sachverhalte - etwa die Familienkonstellation - als auch die für Psychologen relevanten emotionalen und sozialen Prozesse", sagt Neyer. Eine weitere Besonderheit von Pairfam ist, dass nicht nur die Ankerpersonen, sondern auch die jeweiligen Partner, Eltern oder Stiefeltern und Kinder befragt werden. "Somit können wir herausfinden, welche Rolle das Familiennetzwerk für die Entwicklung einer Person spielt", erläutert der Projektkoordinator der Universität Jena.

Prof. Neyer und sein Team werden innerhalb der Pairfam-Studie das Themengebiet "Persönlichkeit und Partnerschaft" bearbeiten. "Neben dem sozio-ökonomischen Kontext beeinflusst auch die Persönlichkeit, ob eine Partnerschaft glücklich ist und ob sich jemand beispielsweise für eine Heirat entscheidet oder nicht", verdeutlicht der Persönlichkeitspsychologe. Hauptaufgabe der Jenaer Forscher ist es nun, die zukünftigen Befragungen in diesem Themengebiet zu planen und zu begleiten. "Die größte Herausforderung wird sein, einerseits für Kontinuität zu sorgen und andererseits ein Gespür für aktuelle gesellschaftliche Trends zu entwickeln und das Forschungsprogramm entsprechend anzupassen", sagt Neyer. Die anderen Themenkomplexe innerhalb der Pairfam-Studie behandeln vor allem Fragen zu Familiengründung, Erziehung und den Beziehungen zwischen den Generationen.


Wissenschaft und Politik profitieren

Auch wenn es ein Patentrezept für eine glückliche und stabile Partnerschaft womöglich gar nicht gibt: Die Forscher hoffen, mithilfe von Pairfam zumindest wichtige Anhaltspunkte zu finden. Doch nicht nur die Wissenschaft profitiert von der Datenflut, sondern auch die Politik. "Die Studie reflektiert die vielfältigen privaten Lebensformen und langfristigen gesellschaftlichen Veränderungen in Deutschland", sagt Neyer. "Damit liefert sie eine wichtige Entscheidungsgrundlage für viele politische Fragen, etwa zum Umgang mit dem demographischen Wandel", betont der Jenaer Wissenschaftler.


Kontakt:
Prof. Dr. Franz J. Neyer
Institut für Psychologie der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Humboldtstraße 11, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 945161
E-Mail:

Meldung vom: 2014-05-02 12:16
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