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Wächter der Rechtschreibung

Jenaer Uniratsvorsitzender Dr. Josef Lange ist neuer Vorsitzender des Rechtschreibrats
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24.06.2016

 

Wie schreibt man das richtig? Mit dieser Frage wird Dr. Josef Lange in Zukunft häufig konfrontiert werden. Denn der ehemalige Staatssekretär und Vorsitzende des Jenaer Universitätsrates ist heute (24.6.) in Vaduz zum Vorsitzenden des Rats für deutsche Rechtschreibung gewählt worden. Er folgt ab Anfang 2017 für eine sechsjährige Amtszeit auf den ehemaligen bayerischen Wissenschaftsminister Hans Zehetmair, der den Vorsitz des Rats seit dessen Gründung 2004 innehatte.

"Ich kenne die gängigen Regeln und habe mich in die sogenannte neue deutsche Rechtschreibung in den letzten Jahren ganz gut eingearbeitet, aber jede Frage werde ich sicher nicht auf Anhieb beantworten können", sagt der Hannoveraner Lange schmunzelnd und ergänzt: "Für schwierige Fragen gibt es die Orthografie-Experten. Meine Aufgabe wird vor allem daraus bestehen, bei den anstehenden Fragen gemeinsame Lösungen zu entwickeln, deren Verbindlichkeit zu erreichen und die Ergebnisse nach außen, vor allem an die maßgeblichen staatlichen Stellen, zu kommunizieren."


Diplomatisches Geschick

Dass Lange dafür ein großes diplomatisches Geschick mitbringt, hat er in seinen früheren Positionen unter Beweis gestellt. Der 1948 in Vorhelm (NRW) geborene Lange, der Theologie studiert hat und in Geschichte promoviert wurde, war u. a. bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft tätig und fast zehn Jahre Generalsekretär der Hochschulrektorenkonferenz. Er war Wissenschafts-Staatssekretär in Berlin und Niedersachsen sowie in zahlreichen weiteren Gremien und Ausschüssen tätig. Auch nach dem Eintritt in den Ruhestand ist Dr. Lange in vielen Kommissionen aktiv: So ist er beispielsweise seit 2013 Vorsitzender des Jenaer Universitätsrates, seit 2014 im Hochschulrat der Uni Leipzig sowie Vorsitzender des Verwaltungsrats des Pius-Hospitals Oldenburg.

In seinem neuen Ehrenamt steht er nun dem Gremium vor, das zur Beobachtung und Weiterentwicklung der deutschen Rechtschreibung eingerichtet wurde. Dem Rat gehören 40 Mitglieder an aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Liechtenstein sowie der Autonomen Provinz Bozen-Südtirol, der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens sowie ein kooptiertes Mitglied aus Luxemburg. Die Mitglieder repräsentieren die wichtigsten wissenschaftlich und praktisch an der Sprachentwicklung beteiligten Gruppen. Dieser Rat hat die im Statut festgeschriebene Aufgabe, "die Einheitlichkeit der Rechtschreibung im deutschen Sprachraum zu bewahren und die Rechtschreibung auf der Grundlage des orthografischen Regelwerks im unerlässlichen Umfang weiterzuentwickeln."

"Ich freue mich auf diese Tätigkeit", sagt Lange, "denn Sprache ist die Grundlage des Denkens. Andererseits wandelt sie sich beständig und ist höchst lebendig. Lernen werde ich dabei auf jeden Fall eine Menge", ist sich der neue Vorsitzende sicher.

Bei den Sitzungen des Rates könnte Dr. Lange auch auf einen weiteren Jenaer treffen: Prof. Dr. Peter Gallmann, Lehrstuhlinhaber für Deutsche Sprache der Gegenwart der Friedrich-Schiller-Universität, gehört dem Rat ebenfalls an.

Meldung vom: 2016-06-24 14:21
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