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Präzision an Hirn und Wirbelsäule

Symposium am 5. April zum 20-jährigen Bestehen der Klinik für Neurochirurgie
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28.03.2014


Klinikjubiläum im Zeichen der Präzision: Vor 20 Jahren, am 1. April 1994, nahm die Klinik für Neurochirurgie am Universitätsklinikum Jena (UKJ) ihre Arbeit auf. Mit einem wissenschaftlichen Symposium am 5. April im Volksbad Jena blicken die Thüringer Universitätsmediziner auf die vergangenen 20 Jahre zurück und diskutieren die neuen Entwicklungen in der Neurochirurgie.

"Jena war bis dahin einzige Universität ohne einen Lehrstuhl für Neurochirurgie", so Prof. Dr. Rolf Kalff. Er ist Gründungsdirektor von Klinik und Lehrstuhl und hat bis heute deren Leitung inne. 30.000 Patienten hat die Klinik in den zurückliegenden 20 Jahren operativ behandelt, 28.000 Operationen wurden vorgenommen. Allein in der Wirbelsäulenchirurgie sind es inzwischen 800 Eingriffe jährlich. Außerdem werden jährlich bis zu 300 Schädel-Hirn-Verletzte und bis zu 250 an einem Hirntumor erkrankte Patienten behandelt.


Neurochirurgen verrichten Hochpräzisionsarbeit

"Die Gründung von Klinik und Lehrstuhl vor 20 Jahren brachte nicht nur eine Verbesserung des medizinischen Angebots für die Patienten, sondern auch für die Ausbildung der Medizinstudenten und der Forschung", erklärt Prof. Dr. Klaus Höffken, Medizinischer Vorstand des Thüringer Universitätsklinikums angesichts des Klinikjubiläums. Er betont: "Wirbelsäuleneingriffe oder Schädel-Hirn-Verletzungen nach Unfällen, Operationen von Hirntumoren, Nervenstimulation per minimal-invasivem Eingriff - Neurochirurgen verrichten Hochpräzisionsarbeit."

PD Dr. Christian Ewald, Oberarzt der Klinik, berichtet: "Wir können die gesamte Bandbreite der Wirbelsäulenchirurgie anbieten - von der Tumorbehandlung über Verletzungen bis hin zu abnutzungsbedingten Wirbelsäulenerkrankungen". Zu letzteren gehören unter anderem Bandscheibenvorfälle, Wirbelbrüche oder Verengungen des Rückenmarkkanals. Zunehmend an Bedeutung gewinnt die sogenannte funktionelle Neurochirurgie - minimal-invasive Eingriffe ins Hirn etwa zur Schmerztherapie, bei Bewegungsstörungen oder zur Behandlung der Parkinson-Krankheit. Dabei werden Nervenfasern unter neuronavigatorischer Kontrolle zielgenau angesteuert und je nach Erkrankung gezielt angeregt. Das UKJ ist die einzige Klinik in Thüringen und eine von wenigen in ganz Deutschland, die diese tiefe Hirnstimulation anbieten. Vor allem Operationen bei chronischen Schmerzerkrankungen, zum Beispiel bei Gesichts- oder Kopfschmerzen, haben seit einigen Jahren deutlich zugenommen. 


Mit fünf Betten in der Unfallchirurgie angefangen

1994 stand allerdings zuerst der Aufbau einer eigenständigen Klinik im Vordergrund, nachdem die Neurochirurgie lange Zeit Teil der Unfallchirurgie am UKJ gewesen war. "Mit fünf Betten in der Unfallchirurgie haben wir angefangen", erinnert sich Kalff, der aus Essen nach Jena kam. Untergebracht war die Klinik zunächst im alten Chirurgie-Gebäude in der Jenaer Bachstraße. Eigene OP-Kapazitäten wurden benötigt, die Ausstattung für Diagnostik und Operationen musste beschafft werden.

Mit Inbetriebnahme des ersten Neubau-Abschnitts 2004 in Jena-Lobeda zog die Neurochirurgie wie auch die anderen chirurgischen Kliniken an ihren endgültigen Standort. Heute verfügt die Klinik über ein eigenes neuroonkologisches Forschungslabor, in dem mehrere Arbeitsgruppen, bestehend aus Ärzten, Biologinnen und Doktoranden, Grundlagen der Hirntumorentstehung und mögliche molekulare Therapieansätze untersuchen.

20 Jahre Klinik für Neurochirurgie am UKJ sind auch ein Spiegelbild des Fortschritts in der Operations- und Medizintechnik. Beim Einsatz der Computertomografie direkt während operativer Eingriffe an Wirbelsäule oder Hirn etwa war die Klinik seinerzeit Vorreiter, 1996 operierten die UKJ-Neurochirurgen erstmals unter CT-Kontrolle. Diese sogenannte intraoperative Bildgebung ermöglicht die ständige Überprüfung der Operationsgenauigkeit während des Eingriffs. "Das war damals absolut neu", sagt Kalff nicht ohne Stolz. Inzwischen arbeiten die Neurochirurgen bei Hirneingriffen auch mit Fluoreszenzbildgebung, Neuronavigation und intraoperativer Elektrophysiologie.

All diese technischen Hilfen können aber den Arzt nicht ersetzen, sondern ihn nur unterstützen, um weiterhin die bestmögliche Versorgung der oft schwerkranken Patienten innerhalb eines Klinikums der Maximalversorgung 24 Stunden, sieben Tage die Woche zu gewährleisten.

Kontakt:
PD Dr. Christian Ewald
Klinik für Neurochirurgie am Universitätsklinikum Jena
07740 Jena
Tel.: 03641 / 9323001

 

Meldung vom: 2014-03-28 15:40
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