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Lehre



Aktuelle Seminare

Sommersemester 2021


Geschichte denken II: Walter Benjamin, Theodor W. Adorno, Siegfried Kracauer

Ernst Bloch: Experimentum mundi (1975)


Wintersemester 2020/21


"Was dürfen wir hoffen?" Philosophische, literarische und ästhetische Diskurse der Moderne

In dem Seminar werden ausgewählte Texte aus Philosophie und Literatur zum Thema >Hoffnung< gelesen. Einleitend ist eine der Grundfragen Immanuel Kants zu rekonstruieren, die seine Geschichts- und Religionsphilosophie anleitet: "Was dürfen wir hoffen?". In einem zweiten Schritt werden weitere Denkmodelle der Hoffnung um 1800 in den vergleichenden Blick gerückt (Friedrich Schiller, Friedrich Hölderlin, Johann Wolfgang von Goethe u.a.). Im Zentrum der gemeinsamen Arbeit im Seminar steht die Untersuchung von drei philosophischen Explikationen von Hoffnung, die Walter Benjamin, Ernst Bloch und Theodor W. Adorno entwickelt haben. Im Spiegel der Rekonstruktion der Konzeptualisierung von Hoffnung werden Elemente einer Konfliktgeschichte der Moderne vergegenwärtigt.


Geschichte denken: Walter Benjamin, Theodor W. Adorno, Siegfried Kracauer

Das Seminar erschließt Grundfragen moderner Geschichtsphilosophie anhand der Auseinandersetzungen zwischen Walter Benjamin, Theodor W. Adorno und Siegfried Kracauer. Ausgangspunkt der Überlegungen und Erkundungen ist die Erschließung von Benjamins Thesen "Über den Begriff der Geschichte" (1940), Zielpunkt die Lektüre von Kracauers Spätwerk "Geschichte - vor den letzten Dingen" (erschienen erstmals 1969 bei Oxford University Press). Von den frühen Schriften an geht es Benjamin darum, Vorstellungen von Geschichte als einem homogenen und leeren Zeitkontinuum aufzubrechen, das Vergangene als Unabgeschlossenes und die Zukunft als Unverfügbares zu denken.

Im Fokus der gemeinsamen Erkenntnisarbeit im Seminar stehen folgende Probleme: In welcher Weise artikulieren die Autoren die Kritik der historischen Vernunft? Wie denken sie geschichtliche Zeit? Welche Bedeutung gewinnt die Interpretation von Kunstwerken sowohl für die Theorie der Geschichte wie für die Erschließung der geschichtlichen Gegenwart? In welcher Weise verbinden sich Geschichtsphilosophie, Kunsttheorie, Ästhetik und Gesellschaftskritik?

Deutlich werden soll, welche Aktualität dem geschichtlichen Denken in unserer eigenen Gegenwart zukommt.

Sommersemester 2020


Die Wiederholung. Philosophisch-ästhetische Diskurse im Anschluss an Sören Kierkegaard

Verfahren der Serialität und der Wiederholung spielen in Kontexten der gesellschaftlichen wie der ästhetischen Moderne eine kaum zu überschätzende Rolle. Das Seminar untersucht die Entwicklung moderner Formen der Wiederholung. Zum einen werden Konzeptionen problemgeschichtlich erörtert, wie sie von Sören Kierkegaard ("Die Wiederholung" (EA 1843)) über Friedrich Nietzsche, Martin Heidegger, Sigmund Freud und andere bis zu Gilles Deleuze ("Differenz und Wiederholung" (EA 1968)) entfaltet worden sind, zum anderen wird der Erkenntniswert künstlerischer Darstellungsformen der Wiederholung an exemplarischen Werken erschlossen, die in der modernen Lyrik, Dramatik, Bildkunst und Musik Epoche gemacht haben.


Hölderlins Jenaer Aufenthalt. Studien zur Konstellationsforschung

Anfang November 1794 kommt Friedrich Hölderlin nach Jena. Nicht viel mehr als sechs Monate dauert sein Aufenthalt in der Universitätsstadt, unterbrochen nur von zwei kurzen Reisen nach Weimar und nach Halle, Dessau und Leipzig. Das (auf zwei Semester angelegte) Seminar führt in die Methode der philosophischen "Konstellationsforschung" ein und reflektiert diese zugleich kritisch in der Anwendung. Es versucht, den "Denkraum" zu vergegenwärtigen, der sich in den Jahren 1794 und 1795 ‒ besonders in der Auseinandersetzung mit der Philosophie Kants ‒ an der Universität Jena herausbildet, und grundlegende Problemlagen der damaligen Auseinandersetzungen zu rekonstruieren. Es bezieht dabei nicht nur Philosophie und Wissenschaft, sondern auch die Felder von Kunst, Naturforschung, Geschichte und Literatur ein. Im Sommersemester 1794 nimmt Fichte, der Nachfolger Reinholds, seine Vorlesungstätigkeit in Jena auf ("Einige Vorlesungen über die Bestimmung des Gelehrten") und gibt seine erste "Wissenschaftslehre" heraus. Gleichzeitig setzt Schiller das Zeitschriftenunternehmen der "Horen" in Gang, das 1795 mit der ersten Sequenz von Goethes "Unterhaltungen deutscher Ausgewanderter" und Schillers Briefen "Ueber die ästhetische Erziehung des Menschen" eröffnet wird. Das Seminar untersucht die Entfaltung von Hölderlins philosophischem Denken und die Entwicklung seines Hyperion-Romans und fragt vor diesem Hintergrund nach der Bedeutung des Jenaer Aufenthaltes.

Wintersemester 2019/2010


Aufbrüche in die Moderne. Zu Theorie und Praxis des Übersetzens um 1800

Übersetzen ist ein Vorgang, der nicht bloß die Literatur betrifft, sondern jede menschliche Verständigung. Seine Reflexion führt in Problemstellungen der Hermeneutik, der Sprachphilosophie und Erkenntnistheorie wie der Kulturtheorie. Diese Problemlagen werden im Seminar erörtert anhand der Lektüre grundlegender Texte (und Textpassagen) zur Theorie der Übersetzung um 1800. Thematisiert werden die Überlegungen von August Wilhelm und Friedrich Schlegel, von Friedrich Hölderlin, Wilhelm von Humboldt, Friedrich Schleiermacher und Johann Wolfgang von Goethe. An exemplarischen Beispielen ist zugleich die Übersetzungspraxis dieser Autoren zu bedenken. Vergegenwärtigt werden soll in der Folge der Seminarsitzungen, wie in der Theorie und Praxis des Übersetzens um 1800 sich ein Verständnis von Kultur herausbildet, das gekennzeichnet ist durch Pluralität, Dezentrierung und Selbstreflexivität.


Diskurse des Erhabenen II

Das Seminar setzt die Rekonstruktion wirkmächtiger Theorien des Erhabenen im 18. Jahrhundert (Burke, Kant, Schiller) fort. Im Rückgang auf Werke der Literatur wie der bildenden Kunst, die in der Forschung einer Ästhetik des Erhabenen zugeschrieben worden sind, rückt es Darstellungsprobleme des Erhabenen in den Fokus der Aufmerksamkeit (>Darstellung des Undarstellbaren<). Um diese Probleme zu erhellen, werden auch Überlegungen einbezogen, die - in Tuchfühlung mit der Theoriebildung des 18. Jahrhunderts und in Antwort auf sie - im 20. Jahrhundert im Rahmen der (poststrukturalistischen) Renaissance des Erhabenen von Jean-François Lyotard, Jean-Luc Nancy und Jacques Rancière ausgebildet worden sind.

Sommersemester 2019


Das Erhabene: Zur Diskursgeschichte von Longin bis zu Adorno und Lyotard. Eine Einführung

Das 'Schöne' und das 'Erhabene' werden im 18. Jahrhundert zu Grundbegriffen der sich herausbildenden Ästhetik, die deren Verhältnis auf unterschiedliche Weise bestimmen kann. Das auf zwei Semester angelegte Seminar erörtert die Herausbildung der diskursiven Formationen des Erhabenen mit Blick auf Veränderungen, die das Konzept im Verlauf seiner Geschichte erfährt. Rekonstruiert werden im Sommersemester die Untersuchungen Joseph Addisons (1712), Edmund Burkes (1757), Moses Mendelsohns (1758), Immanuel Kants (1764; 1790) und Friedrich Schillers (1792-1801). Im Zentrum des Erkenntnisinteresses stehen aber nicht allein die theoretischen Bestimmungen des Erhabenen, sondern auch die künstlerischen Versuche, das Grenzerfahrungen des Erhabenen darzustellen. An ausgewählten Kunstwerken aus Lyrik, Dramatik und Malerei werden grundlegende Probleme einer Darstellung des Erhabenen studiert und reflektiert.


Morphologie der Kultur? Problemstellungen einer modernen Theorie der Kultur

Kultur und Geschichte sind wesentliche Dimensionen menschlicher Existenz. Im Laufe der Querelle des Anciens et des Modernes verschärft sich das Bewusstsein für die Geschichtlichkeit der Kulturen, nicht zuletzt der eigenen, wie für die kulturelle Bestimmtheit und Differenz der geschichtlichen Bildungen. Das Seminar untersucht anhand der Lektüre ausgewählter philosophischer und literarischer Texte Darstellungs- und Reflexionsformen einer sich wandelnden Kultur, die 'um 1800' entfaltet werden (Rousseau, Herder, Kant, Schiller, Hölderlin, Hegel). Rekonstruiert werden methodische Ansätze, die Goethe mit Blick auf eine Morphologie der Kultur unternimmt. Deren Erkenntnispotentiale sollen freigelegt werden.

Zur Vorbereitung. Ernst Cassirer: Kulturphilosophie. Vorträge 1929-1941. Nachgelassene Manuskripte und Texte, Band 5, Hamburg 2004.

Wintersemester 2018/19


Mythologie und Moderne. Philosophisch-ästhetische Diskurse um 1800

Im Anschluss an die Querelle des Anciens et des Modernes kommt es um 1800 in Literatur, Kunst und Philosophie zu einer intensiven Auseinandersetzung um die Bedeutung des Mythos und der Mythologie. Stellt Friedrich Schiller in seiner epochemachenden Elegie "Die Götter Griechenlandes" (1788) die eigene Gegenwart als eine radikal entmythologisierte dar, so formieren sich im sog. "ältesten Systemprogramm des deutschen Idealismus" [1796/97?], in Friedrich Schlegels "Gespräch über die Poesie" (1800) wie in Friedrich Wilhelm Joseph Schellings "System des transzendentalen Idealismus" (1800) und seiner "Philosophie der Kunst" (1802/03) unterschiedliche Konzeptionen einer neuen Mythologie. Das Seminar rekonstruiert die literarischen und philosophischen Debatten mit Blick auf die Konfliktgeschichte der Moderne um 1800: Es fragt danach, welche Krisenerfahrungen sich in den Diskussionen abzeichnen, welche gesellschaftlichen, religiösen, epistemischen und ästhetischen Konflikte zutage treten und welche Lösungsstrategien entworfen werden.

Daimon, Tyche, Eros, Ananke, Elpis: Goethes Altersgedicht Urworte Orphisch und die antike Tradition

"Urworte. Orphisch" ist der Titel einer Sammlung von fünf Stanzen, die Johann Wolfgang von Goethe zwischen dem 7. und 8. Oktober 1817 schrieb. Er veröffentlichte sie 1820 in den Heften "Zur Morphologie" und versah sie in seiner Zeitschrift "Über Kunst und Alterthum" noch im selben Jahr mit eigenen Erläuterungen. Das Gedicht entfaltet in Gestalt einer modernen poetischen Zwiesprache mit der antiken Tradition (von den Orphikern bis zur klassischen griechischen Philosophie) Struktur, Form und Metamorphose des menschlichen Lebens. Mit dem Gedicht positioniert sich der Autor in der altertumswissenschaftlichen Debatte um die Anfänge und die Bedeutung des griechischen Mythos, die zwischen den beiden Philologen Gottfried Hermann und Friedrich Creuzer ausgetragen wird und in deren Band "Briefe über Homer und Hesiodus vorzüglich über die Theogonie; mit besonderer Hinsicht auf des Ersteren 'Dissertatio de mythologia Graecorum antiquissima' und auf des Letzteren 'Symbolik und Mythologie der Griechen'" (1818) Gestalt gewinnt. Das Seminar untersucht das Gedicht, seine Entstehungsbedingungen und seine vielfältigen Kontexte in interdisziplinärer Perspektive. Es erörtert die Rezeption, die dieses Gedicht in der philosophischen Goethe-Interpretation seit dem Anfang des 20. Jahrhunderts gefunden hat (bes. bei Georg Simmel, Walter Benjamin und Ernst Cassirer).

Zur Vorbereitung: Theo Buck: Eintrag 'Urworte. Orphisch', in: Goethe-Handbuch, Bd. 1: Gedichte, Stuttgart 1996, S. 354-365; Jochen Schmidt: Goethes Altersgedicht 'Urworte. Orphisch': Grenzerfahrung und Entgrenzung. Heidelberg 2006.

Sommersemester 2018


Goethes Metamorphose-Gedichte

Morphologie und Metamorphosenlehre bilden nicht nur die Grundlage von Goethes Naturforschung, sie fundieren auch seine Anschauung der Kunst und sein Begreifen der "sittlich-geistigen Welt" (Ernst Cassirer). Das Seminar untersucht den Zusammenhang von Naturforschung und (Lehr-)Dichtung. In das Zentrum der Aufmerksamkeit rücken Goethes Metamorphose-Gedichte, die wissens-, wissenschafts- und rezeptionsgeschichtlich, textgenetisch und publikationsgeschichtlich sowie poetologisch erörtert werden: "Die Metamorphose der Pflanzen" (1798) und "Athroismos" (1820), später in der Ausgabe letzter Hand unter dem Titel "Metamorphose der Tiere".

Zur Vorbereitung: Goethe Handbuch. Supplemente Bd. 2: Naturwissenschaften, hg. von Manfred Wenzel, Stuttgart, Weimar 2012; die Kommentierungen in der Hamburger, Frankfurter und Münchner Goethe-Ausgabe.


Wintersemester 2017/18


Ästhetische, philosophische und soziologische Diskurse der Moderne

>Moderne< ist ein vielschichtiger Begriff. Die Geschichtskategorie, die Gegenwart in Differenz von der Vergangenheit bestimmt und Zukunft als Möglichkeit antizipiert, wird analytisch-deskriptiv gebraucht, aber auch normativ verwendet. Das Seminar untersucht ‒ in fächerübergreifender Perspektive ‒ Selbstbeschreibungen von Modernität seit dem 18. Jahrhundert. Dabei werden in drei Schritten wichtige Positionen in der soziologischen, philosophischen und ästhetischen Diskussion der Moderne rekonstruiert und einer kritischen Analyse unterzogen. Das Erkenntnisinteresse gilt den grundlegenden Argumentationsmustern, den Moderne-Narrativen und ihrer Geschichte sowie den je spezifischen Historisierungen der Moderne. Gefragt wird, wie die Entwicklung unterschiedlicher Theoriepositionen zur Moderne mit Dynamiken und Widersprüchen des 'Modernisierungsprozesses' selbst verknüpft ist und was dies ‒ im Hinblick auf Aufklärungs- und Fortschrittsideen oder auch deren Preisgabe ‒ für die theoretische Arbeit mit Epochalisierungen 'heute' bedeutet.

Zur Vorbereitung: Jürgen Habermas: Der philosophische Diskurs der Moderne: Zwölf Vorlesungen. Frankfurt am Main 1985; Bruno Latour: Wir sind nie modern gewesen (Kap. II). Berlin 1995; Anthony Giddens: Konsequenzen der Moderne (Kap. I). Frankfurt am Main 1996.

Friedrich Hölderlin: Geschichtsbewusstsein, Subjektivität und poetische Darstellung II


Friedrich Hölderlin ist nicht nur einer der großen Dichter deutscher Sprache, sondern auch einer der maßgeblichen Denker der >Moderne um 1800<. Das Seminar setzt die Erkenntnisarbeit des Sommersemesters fort und verfolgt die Entfaltung philosophischer Fragestellungen in der Entwicklung des dichterischen Werkes: Es spannt den Bogen von den frühen Hymnen über die Oden und Elegien bis zu den späten "Gesängen". In intensiven Lektüren werden insbesondere Hölderlins poetische Verarbeitung geschichtlicher Erfahrungen und die mit ihr einhergehende Poetik und Poietik der geschichtlichen Zeit untersucht.


Ästhetik um 1800: Dimensionen des Rhythmus in bildender Kunst, Literatur und Philosophie

>Rhythmus< und >Harmonie< gehören zu den Grundbegriffen einer Theorie der musischen Künste. >Rhythmus< nennt Platon die "Ordnung der Bewegung", die dem menschlichen Sinn fasslich und deren Wahrnehmung mit Freude verbunden isti. Das Seminar rekonstruiert mit Rückgriff auf die antike Begriffsgeschichte (Platon, Aristoteles, Aristoxenos von Tarent) und in fächerübergreifender Perspektive anthropologische, ästhetische, kunsttheoretische, ethische und epistemische Diskurse, die sich seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts entfalten und aufeinander wirken: Untersucht werden besonders Darstellung und Reflexion rhythmischer Strukturen in Dichtung und Poetologie (Klopstock, Schiller, Goethe, Hölderlin, Friedrich und Wilhelm Schlegel), in der Bildkunst (Runge, Friedrich) sowie in der Philosophie und philosophischen Ästhetik (Novalis, Schelling, Hegel).

Zur Vorbereitung: Wilhelm Seidel: Artikel 'Rhythmus', in: Ästhetische Grundbegriffe. Historisches Wörterbuch in sieben Bänden, hrsg. von Karlheinz Barck u.a., Bd. 5, Stuttgart 2003, S. 291-314.


Sommersemester 2017


Geschichtsphilosophie. Eine Einführung

Die Herausbildung der Geschichtsphilosophie fällt in das Zeitalter der Aufklärung. Der Begriff ("philosophie de lʼhistoire") wurde 1765 durch Voltaire eingeführt. Das Seminar untersucht die geschichtsphilosophischen Entwürfe von Kant, Schiller, Schlegel, Fichte und Hegel und geht der nachhegelschen Transformation und Krise der Geschichtsphilosophie (Marx, Burckhardt, Nietzsche) nach. Im Zielpunkt der Rekonstruktion steht die Frage nach der Aktualität und Inaktualität des geschichtlichen Denkens in der Gegenwart.

Zur Vorbereitung: Emil Angehrn: Geschichtsphilosophie. Eine Einführung, Basel 2012.


Friedrich Hölderlin: Geschichtsbewusstsein, Subjektivität und poetische Darstellung

Friedrich Hölderlin ist nicht nur einer der großen Dichter deutscher Sprache, sondern auch einer der maßgeblichen Denker der 'Moderne um 1800'. Das Seminar verfolgt die Entfaltung philosophischer Fragestellungen in der Entwicklung des dichterischen Werkes: Es spannt den Bogen von den frühen Hymnen über die Oden und Elegien bis zu den späten "Gesängen". In intensiven Lektüren werden insbesondere Hölderlins poetische Verarbeitung geschichtlicher Erfahrungen und die mit ihr einhergehende Poetik und Poietik der geschichtlichen Zeit untersucht.

Wintersemester 2016/17


Berufung als Alfried Krupp Senior Fellow an das Wissenschaftskolleg Greifswald


Sommersemester 2016


Goethes Naturforschung an der Universität Jena. Wissenschaftsgeschichtliche Rekonstruktionsversuche II

Das Seminar vertieft die im vorangegangenen Semester gewonnenen Einsichten in die Grundlagen und Arbeitsfelder von Goethes Naturforschung in den Bereichen von Mineralogie, Geologie, Botanik, vergleichender Anatomie, Zoologie, Farbenlehre und Meteorologie. Es erschließt in intensiven Lektüren Texte des Dichters und Naturwissenschaftlers und deren wissensgeschichtliche wie institutionelle Kontexte.

Zur Poetik der Zeit

Das interdisziplinär ausgerichtete Seminar verbindet literaturtheoretische Fragen nach der Poetizität von Texten mit philosophischen Fragen nach der Erfahrung und Darstellbarkeit von Zeit. Es entwickelt, besonders im Rückgriff auf die Geschichte der Lyrik, in der Lektüre von ausgesuchten antiken (Archilochos, Solon, Sappho, Alkaios, Pindar) und modernen Texten (Schiller, Goethe, Hölderlin, Novalis, Tieck, Eichendorff) Ansätze zu einer Phänomenologie der poietischen Formen von Zeit.



Wintersemester 2015/16


Philosophische Goethe-Rezeption in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts (Simmel, Cassirer, Benjamin)


In der philosophischen Aneignung Goethes seit dem Anfang des 20. Jahrhunderts verschiebt sich der Fokus der Aufmerksamkeit vom Dichter auf den Denker Goethe und dessen ›Weltansicht‹. In neuer Weise reflektiert wird dabei auch Goethes Morphologie und Metamorphosenlehre, die der Diskussion und Transformation des Formkonzepts in der Klassischen Moderne wichtige Impulse geben. Das Seminar untersucht die Goethe-Arbeiten von Georg Simmel, Ernst Cassirer und Walter Benjamin.


Goethes Naturforschung an der Universität Jena. Wissenschaftsgeschichtliche Rekonstruktionsversuche

Das Seminar gibt eine Einführung in Goethes Arbeit auf den unterschiedlichen Feldern der Naturforschung. Untersucht werden ausgewählte Schriften und Briefe Goethes, die seine Erkenntnisarbeit in den Bereichen der Mineralogie, Geologie, Botanik, vergleichenden Anatomie, Zoologie, Farbenlehre und Meteorologie dokumentieren. Rekonstruiert werden im Rahmen der Lektüren die Grundlagen und Methoden seiner Naturforschung, die wissenschaftstheoretischen und -philosophischen Einsichten, die er im Verlauf seiner Arbeit gewinnt, und die Wissenschaftspolitik, die er betreibt.

 

Sommersemester 2015


Debatten und Gedankenexperimente im Briefwechsel zwischen Schiller und Goethe II.


Das Seminar setzt die Lektüre eines der wichtigsten Briefwechsel deutscher Sprache fort. Im Zentrum der fächerübergreifenden Arbeit steht die Rekonstruktion der theoretischen Debatten, die Schiller und Goethe bis 1805 austragen. Verfahren des gemeinsamen Produzierens und wechselseitige Kritisierens, der 'Werkstatt-Charakter' der Denk- und Schreibverfahren und ihre spezifische 'Modernität' im Ausgang des 18. Jahrhunderts sollen erhellt werden.


Erkenntnis der Gegenwart. Konzepte und Modelle um 1800


Um 1800 rückt die Erkenntnis der Gegenwart in den Fokus der, mit Ernst Cassirer gesprochen, unterschiedlichen "symbolischen Formen" von Philosophie, Wissenschaft und Kunst. Schon der Frankfurter Hegel formuliert, dass Philosophie ihre Zeit in Gedanken zu erfassen habe, ja dass Philosophie das, was sie selbst ist, nicht ohne Bezug auf die Erkenntnis der Gegenwart explizieren könne. Das Seminar untersucht, welche Voraussetzungen die in Anspruch genommene philosophische, wissenschaftliche oder künstlerische Gegenwartserkenntnis jeweils hat, wie sie epistemisch begründet und legitimiert wird und welche unterschiedlichen Instrumentarien der Zeitdiagnostik entfaltet werden.

 

Wintersemester 2014/15


Debatten und Gedankenexperimente im Briefwechsel zwischen Schiller und Goethe I.


Das Seminar führt ein in einen der wichtigsten Briefwechsel deutscher Sprache. Im Zentrum der fächerübergreifenden Arbeit steht die Rekonstruktion der Debatten, die Schiller und Goethe zwischen 1794 und 1799 auf den Feldern der Naturforschung, der Ästhetik und der Poetik austragen. Verfahren des gemeinsamen Produzierens und wechselseitige Kritisierens, der 'Werkstatt-Charakter' der Denk- und Schreibverfahren und ihre spezifische 'Modernität' im Ausgang des 18. Jahrhunderts sollen erhellt werden.


Zur Ästhetik und Kunstkritik Walter Benjamins und Theodor W. Adornos


Das Seminar führt ein in die Geschichte der philosophischen Ästhetik im 20. Jahrhundert. Die Theoriebildungen Walter Benjamins und Th. W. Adornos werden entwicklungsgeschichtlich entfaltet und kontextualisiert. Gezeigt wird, wie diese beiden Denker Werke der Literatur, der Malerei und der Musik interpretieren. Im Zentrum der Seminararbeit stehen Benjamins Auseinandersetzung mit Goethe ("Goethes Wahlverwandtschaften" [1922]) und Paul Klee ("Über den Begriff der Geschichte", (1940)) sowie Adornos Auseinandersetzung mit Beethoven ("Spätstil Beethovens" (1937)) und Beckett ("Versuch, das 'Endspiel' zu verstehen" (1961)).


Sommersemester 2014


Charlotte von Schiller (1766-1826): Leben und Werk


Schillers Gartenhaus bereitet eine Ausstellung zu Charlotte Schiller vor, die im Jahr 2015 realisiert werden soll. Das Seminar erschließt fächerübergreifend das Werk der Briefschreiberin, der Dichterin und der Bildkünstlerin Charlotte Schiller. Es führt in Zusammenarbeit mit der Klassik Stiftung Weimar ein in die Benutzung von Handschriften und die Erschließung des Nachlasses und entwirft, in enger Kooperation mit den Studierenden, ein museologisch reflektiertes Konzept für die Ausstellung.


Das Unendliche denken: Philosophisch-theologische Debatten um 1800


Die Frage nach dem Unendlichen begleitet das abendländische Denken seit seinen Anfängen. Das Seminar führt in die komplexe Begriffs- und Problemgeschichte ein. Im Zentrum steht die Rekonstruktion von religionsphilosophischen Debatten, die in Jena und Weimar um 1800 ausgetragen werden. Welche Konzeptionen von Unendlichkeit werden im Anschluss an Kant entwickelt? Auf welche Weise kann das Unendliche von endlichen Subjekten erfasst und dargestellt werden? Was charakterisiert das sich ausbildende romantische Verständnis von Unendlichkeit?


Wintersemester 2013/14


Die Entdeckung der Nacht. Philosophische Reflexion und künstlerische Darstellung um 1800


Das Seminar untersucht an ausgewählten Beispielen (Friedrich von Hardenberg, Friedrich Hölderlin, Friedrich Wilhelm Joseph Schelling, Gotthilf Heinrich von Schubert, Philipp Otto Runge und Caspar David Friedrich) Nachtdarstellungen um 1800. Untersucht wird, im Kontext welcher Diskurse die einzelnen Darstellungen entstehen. Im Zentrum des Erkenntnisinteresses steht die Korrelation von künstlerisch-philosophischer Vergegenwärtigung der Nacht und epistemischer Erkundung der Wirklichkeit. 


Philosophische Schiller-Rezeption im 20. Jahrhundert


Schillers Konzeption von Schönheit und Freiheit ist seit Hegels Deutungsversuch in den "Vorlesungen über die Ästhetik" immer wieder Gegenstand der philosophischen Auseinandersetzung gewesen. Im 20. Jahrhundert werden Schillers Überlegungen und ihre Relevanz für die Moderne kontrovers diskutiert. Das Seminar rekonstruiert - mit kritischer Distanz - die Schiller-Interpretationen von Georg Lukács, Martin Heidegger, Herbert Marcuse, Theodor W. Adorno, Jürgen Habermas, Jean-François Lyotard, Terry Eagleton und Jacques Rancière und entfaltet dabei zugleich Schillers komplementäre Theorie der Freiheit.








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